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Kontaktallergien 2017-04-06T16:08:07+00:00

Textildermatitis: Reizende Wäsche

Der Kauf geeigneter Kleidung erweist sich für Allergiker als kompliziert, da die Massenware oft allergische Reaktionen, Hautreizungen usw. verursacht, da es keine Kennzeichnung der eingesetzten Stoffe und Chemikalien gibt.

Bei Lebensmitteln und Kosmetika ist es inzwischen gesetzlich vorgeschrieben, die Zutaten bzw. Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben. Für Allergiker ist diese Information von großer Bedeutung, Schokolade kann bspw. Anteile von Nüssen enthalten, für starke Nussallergiker eine u.U. lebenswichtige Information.

Bei Kleidung wird dies von Verbraucherschützern seit langem gefordert, ist bisher bedauerlicherweise nicht durchgesetzt worden.

Häufig wird die Allergie übrigens nicht durch das Textil selbst erzeugt, sondern durch die bei der Herstellung eingesetzten Pestizide, Farb- und Veredelungsstoffe.

Menschen mit empfindlicher Haut und insbesondere mit Neurodermitis haben ein stark erhöhtes Risiko,

Allergische Reaktionen auf Kleidung sind oft zunächst nicht als solche erkennbar, da die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können und nicht unbedingt auf der Haut auftreten.

Ein Fall, der Ende 2016 Schlagzeilen machte, waren die neuen Uniformen der Amerikanischen Fluggesellschaft American Airlines für mehr als 70.000 Mitarbeiter. Mehr als 1.600 davon klagten anschließend über Ausschlag, Juckreiz, Brennen Kopfschmerzen und Atemprobleme. Bei dieser großen Zahl von Betroffenen ist ein Zusammenhang offensichtlich. Doch wenn ich mir ein neues Shirt kaufe und danach Kopfschmerzen bekomme, wer denkt da schon gleich an die Kleidung als Auslöser?

Und genau darin liegt das Problem mit der klassischen Textildermatitis, die sich in sehr unterschiedlichen Reaktionen zeigen kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass sie häufig erst verzögert auftritt, mal nach Stunden, manchmal erst nach Tagen. Wer kann da noch einen eindeutigen Zusammenhang erkennen?

Der „Vorteil“ von Neurodermitikern ist, dass hier meist das empfindlichste Organ, die Haut, reagiert und somit wenigstens einen Anhaltspunkt gibt, wenn auch häufig erst Tage nach dem Tragen des Übeltäters.

Xaxiraxi WaschzettelWorauf sollte man beim Kleidungskauf achten?

Insbesondere Menschen, die zu allergischen Reaktionen neigen, sollten beim Kauf ihrer Kleidung eher wählerisch sein, da die Etiketten kaum Hinweise auf mögliche Allergene geben. Die Angabe der Herkunft der Kleidungsstücke ist laut europäischer Textilkennzeichnungsverordnung bislang keine Pflichtangabe. Auch der Preis ist nur dann ein Indiz, wenn er besonders niedrig ist, da hochwertig produzierte Waren ihren Preis haben. Leider werden aber auch teure Designerteile nicht selten aus stark belasteten Materialien in Niedriglohnländern hergestellt.

Es gibt allerdings einige Regeln, die man beim Kleidungskauf beherzen sollte:

Bei Kleidungsstücken, die „bügelfrei“, „schmutzabweisend“ oder „formstabil“ sind, wurden besonders viele Chemikalien eingesetzt, um eben das zu erreichen.

Viele allergische Reaktionen werden von Farbstoffen ausgelöst, deshalb sei auch vor dem Hinweis „separat waschen“ gewarnt, der auf ein hohes Allergierisiko schließen lässt. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang, dass einige Farbstoffe, wie die sogenannten Azofarbstoffe, zwar in der EU verboten sind, in Kleidung aus Drittländern aber trotzdem eingesetzt werden, häufig in Kontrollen unentdeckt bleiben und dann beim Verbraucher auf der Haut landen.

Think XaxiraxiÜberflüssiger Hinweis

Ich denke, bei Menschen mit Neurodermitis und empfindlicher Haut muss ich nicht extra darauf hinweisen, dass jede Kleidung vor dem ersten Tragen selbstverständlich gewaschen werden sollte. Auch wenn bei der Herstellung der Sachen von Xaxiraxi nur Material und Farbe aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden, sind die Stoffe und Kleidungsstücke beim Verarbeiten und Lagern natürlich von diversen Personen berührt worden und mit Verpackungsmaterial in Kontakt gekommen. Also zumindest aus hygienischen Gründen erst waschen, dann tragen! Wie gesagt, dieser Hinweis überflüssig und nur als Erinnerung gedacht, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass die Teile von Xaxiraxi dazu einladen, direkt reinzuschlüpfen und sie nicht mehr ausziehen zu wollen.

Ausbeutung in der Textilindustrie

Wer sich mit der Herstellung von Kleidung beschäftigt, kommt nicht umhin, auch über die Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern nachzudenken.

Hierzu möchte ich nur einige Links nennen, die das Thema sehr gut beleuchten und aufarbeiten:

Beim Verbraucherfenster Hessen gibt es dazu die Serie „Faire Kleidung“ (I.): „Geiz ist nicht geil“ – Billige Kleidung teuer erkauft.

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ erschien im Dezember 2016 ein Artikel, wie die Textilindustrie auf das Drama in Bangladesch reagiert und nun weiter zieht nach Myanmar.

Aber es gibt auch positive Entwicklungen, wie das im Februar 2017 in Frankreich verabschiedete Gesetz, nach dem Unternehmen auch für ihre Geschäftspraktiken im Ausland haftbar gemacht werden können.